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Auch schlechte Verlierer bleiben Verlierer

Nur um meine Meinung dazu gesagt zu haben, ein kurzer Überlick 😉

Angefangen hat alles mit einem einfachen Blogpost im Kurier-Blog. Ein Journalist hat gemeint er würde gern mal einen Autofahrer sehen, der sich traut gegen ÖBB und Fahrrad anzutreten. Von Wien nach Salzburg (Was übrigens ein wichtiges Detail ist, denn das ist die Vorzeigestrecke der ÖBB – bei jeder anderen wäre der Sieger vorab klar: das Auto). Da ich sowohl Autos als auch Herausforderungen mag, hab ich natürlich sofort ein Mail verfasst und den Herrn Journalisten damit überrascht. Er hat wohl nicht gedacht, dass sich wirklich jemand „traut“.

Gesagt getan, am 25.Juli sollte gestartet werden. Vom Wiener Heldenplatz zum Festspielhaus nach Salzburg. Um 10:00 Uhr gings los. Da der Zug, was ja ein Nachteil vom Zugfahren ist, erst um 10:36 Uhr losfuhr, hatte ich natürlich 36 Minuten Zeit einen Vorsprung rauszuholen. Diese 36 Minuten wollte ich auch nutzen, schließlich ist es einer der Vorteile des Autos: Ich bin flexibel. Auf meinem Beifahrersitz nahm ein Jurist des ÖAMTC Platz, der überwacht hat, dass ich mich auch an die Regeln halte und vorallem ans Gesetz.

Von Nervosität bei mir keine Spur. Mein Gegner musste allerdings ständig erwähnen, das er gewinnt und das er doch die viel bessere Zeit im Zug hat und was er nicht alles machen kann. Dazu sollte gesagt werden, dass ich mich beim Autofahren entspanne und es genieße. Aber egal.

Ich hab natürlich darauf bestanden, dass ich um 10 losfahre – war ja schließlich ausgemacht. Und so war es dann auch. Ich hatte wahnsinniges Glück muss ich sagen, ich war in knapp 15 Minuten bei der Westausfahrt. Kein Verkehr, keine roten Ampeln. Toll. Auch die Autobahn zeigte sich von ihrer besten Seite und so kam es, dass ich um 12:57 in Salzburg vor dem Festspielhaus parkte. Als Erster. Den Unmut darüber habe ich gleich gespürt. Also eigentlich erst knapp 15 Minuten später als Team ÖBB eintraf: „Ich bin aber moralischer Sieger, weil ich hab Zeitung gelesen.“ BlaBlaBla. Gewonnen ist gewonnen.

Man liest den Unmut auch in dem Artikel der nach dem Rennen im Kurier (Online und offline) erschienen ist. Dort werden CO2-Bilanzen falsch berechnet (Fürs Auto und nicht pro Person wie beim Zug, schließlich waren wir zu 3.), es wird der Fahrzeugpreis entgegen gestellt, was völlig egal ist, denn auch mit einem 500 Euro Auto wäre ich schneller ans Ziel gekommen, auch das Wort „Angeberauto“ muss natürlich fallen – auch durfte ich am Heldenplatz parken, nur nicht auf dem Schattenplatz den ich mir gesucht habe – der war für Diplomaten reserviert…

Aber da steh ich drüber, denn schließlich habe ich gewonnen und zwar zu den Regeln des Fahrradfahrers, denn ginge es nach mir wären wir entweder um 10.36 beim Heldenplatz weggefahren oder die Strecke Wien-Graz – aber das ist eine andere Geschichte.

Hier gibts Bilder und ein Video und einen sehr frustrierten Artikel: http://kurier.at/lebensart/motor/aussenseiter-sieg-im-rennen-auto-gegen-radbahn/

Achja, falls jetzt jemand kommt mit: „Hätte er Parkplatz suchen müssen“ – musste ich nicht. War nicht teil des Wettbewerbs. Ende.

One Comment

  • Lisa
    / Reply

    "Rad- und Bahnfahrer kennen so eine ehrgeizige Hektik nicht. Sie fahren in Ruhe rauf zum Westbahnhof, kaufen im zugegeben hitzigen Gemenge eine Fahrkarte..." Ha. Ich hatte noch nie eine unhektische Anreise zum Bahnhof. Erwisch ich den Zug? Krieg ich noch einen Sitzplatz? Habe ich noch Zeit, mir was zu trinken zu kaufen?

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