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Alltagsmenschen

Vor einiger Zeit hat mal jemand in einem Kommentar geschrieben, ich wäre sowas wie „die Elizabeth T. Spira des Internet“, bezogen auf meine „Haderer trifft“ Videos nehm ich an. Damals dachte ich mir, dass es sowas wie „Alltagsgeschichten“ irgendwie nicht mehr gibt, also einfache Videos, in denen Menschen zu Wort kommen, denen wir zwar im Alltag begegnen, aber deren Geschichte wir nicht kennen, die wir dank Vorurteilen abstempeln, deren Beweggründe nicht kennen und die vielleicht etwas zu sagen haben.

Deswegen habe ich mir gedacht ich mache einfach mal was anderes. Vielleicht etwas sinnvolles: Ich gebe Menschen die Möglichkeit ihre Geschichte zu erzählen. Das ist „Alltagsmenschen“.

Ich will jetzt garnicht mehr erklären, sondern lasse euch einfach mal schauen. Ich würde mich über Feedback freuen und falls ihr jemanden kennt der seine Geschichte erzählen will, oder ihr selbst wollt das vielleicht tun, dann meldet euch doch einfach…

6 comments

  • estella
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    berührend, bewegend und sinnvoll solche Hintergründe zu wissen, danke für den Beitrag

  • eine alte Freundin
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    danke <3

  • Antifuchs
    / Reply

    Wow, Kewagi… T_T <3

  • brain discordia
    / Reply

    du weisst ja, ich habs nie geschafft so dicht zu sein, dass diese welt nicht mehr wehtut ;)

    faszinierend an der debatte generell finde ich, dass bummelig 40% (in .de z.b.) psychopharmaka nehmen... dazu schmerztabletten und alkohol. - von den 'normalen' menschen sind deutlich mehr einer sucht verfallen als man auf den ersten blick denken würde. grundsätzlich wäre es als gesamtgesellschaft sicherlich besser, an den ursprungsproblemen (arbeits- und perspektivlosigkeit, kapitalistische verwertungslogik etc.... *seufz*) zu arbeiten, statt weiterhin 9.5mal soviel für waffen wie für die bekämpfung des weltweiten hungers auszugeben.

    flo, dir, mir und vielen anderen tut diese welt deswegen so weh, weil es eine menge pseudo-gutmenschen gibt, die glauben, dass sie aktiv niemandem etwas zuleide tun, dabei aber vergessen, dass allein unsere existenz in der EU bedeutet, dass für unsere art zu leben für jeden von uns 20 menschen in verhältnissen leben, die man selbst wohlwollend nur als sklaverei bezeichnen kann.

    es ist immer leichter, den offensichtlich süchtigen und seine probleme auszuschliessen, als sich gedanken über den eigenen anteil an der reproduktion dieses elends machen zu müssen. interessant daran ist, dass scheinbar alle glauben, niemand könne bewusst diese entscheidung treffen, illegale substanzen zu nehmen... zum einen: die legalen substanzen sind keinen deut besser und für jemanden der wie ich nicht trinkt sieht alkoholkonsum auch ganz schön armselig aus... wieso soll eine klasse süchtiger oder eine gruppe von konsumentInnen besser oder schlechter sein als eine andere?
    zum anderen: es gibt in der tat auch den gebrauch von drogen... man schaue mal auf thc bei krebs, schmerzen, depressionen - stattdessen muss man sich noch mit schwerem rheuma entschuldigen, wenn man mittags einen joint raucht, um sich überhaupt bewegen zu können.

    fakt ist, dass die meisten von uns das 'unbehagen in der verwalteten welt' empfinden, das schon adorno angesprochen hatte. leider hat sich an den strukturen seitdem nichts in eine positive richtung geändert. statt nun aber konsequenzen zu ziehen und eine menschlichere gesellschaft zu schaffen, stülpen sich die meisten die ansprüche des systems über. ich würde das benevolente partizipation nennen (vergl. benevolenter sexismus), denn mitmachen kann man nur im vorgegebenen rahmen.

    wieso fällt es vielen so leicht, den menschen mit der nadel im arm auszuschliessen, während (weil?) sie den neoliberalismus umarmen? warum sind wir schneller darin, menschen zu verurteilen, als ihnen zu helfen? und warum, verdammt nochmal, kommt diese hilfe immer so herablassend von oben? ich möchte hier aus einem meiner lieblingsfilme zitieren (interstate 60, episodes of the road - kewagi, anschauen!) - "we are all animals, just, some of us have different priorities... you so sure your life is better than their?"

  • brain discordia
    / Reply

    *theirs

  • Alexander
    / Reply

    Toller Beitrag.

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